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Der Kaiserpavillion Werbellin-See


Es war einmal ein Kaiser in Deutschland, der wurde »Reisekaiser« genannt. Denn er liebte es, viel in seinem Reich unterwegs zu sein. Die längeren Strecken legte er gerne mit der Eisenbahn zurück. Zu seiner Zeit zogen sich immer mehr Gleise durch das Land. Auch in entlegene Gegenden. Dort, wo der Kaiser gern und häufig ein- und ausstieg, ließ er sich eigene Bahnhöfe nach seinem Geschmack bauen. So auch im geliebten Jagdrevier in der Schorfheide.

Bild: Der Bahnhof Werbelinn-See vor rund 100 Jahren

Der »Bahnhof Werbelin-See« vor rund 100 Jahren.
Bild: Archiv Amt Joachimsthal

Es klingt wie ein Märchen, aber der »Bahnhof Werbelinn-See« diente dem Vergnügen von Kaiser Wilhelm II. In seinem nur aus Salonwagen bestehenden Sonderzug stieg er am »Kaiserpavillion« aus, um auf einer Waldstraße zum Schloss Hubertusstock mitten in der Schorfheide weiterzufahren. Von hier aus gingen er und seine hochrangige Begleitung auf die Pirsch. Geschossen wurden am liebsten betagte Hirsche mit gewaltigen Geweihen. Einige dieser Trophäen sind heute im Jagdschloss Groß Schönebeck ausgestellt.

Unter dem kunstvollen Dach des Bahnhofsgebäudes verbirgt sich ein zweckmäßiger, aber repräsentativer Bau. Prunkstück ist der Kaisersaal als Raum für die Begleitung des Kaisers mit seinem riesigen Tonnengewölbe und dem funktionsfähigen Kamin. Nebenan befindet sich ein kleiner Raum für Majestät persönlich, der gerade Platz für einen bequemen Sessel bot. Ein Fenster darin ist mit dem kaiserlichen Wappen geschmückt.

Bild: Der Kaiserpavillion um 1920

Der Kaiserpavillion um 1920
Bild: Archiv Amt Joachimsthal

Das Gebäude selbst erinnert sehr an ein norwegisches Landhaus. Es wurde in den vergangenen Jahren mit erheblichem Aufwand restauriert - denkmalgerecht, zugleich für vielfältige Nutzungen geeignet.